Die Balearen haben 2025 erstmals mehr als 19 Millionen Touristen empfangen. Das geht aus den offiziellen Zahlen hervor, die diese Woche veröffentlicht wurden – es ist das dritte Rekordjahr in Folge.
Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 19.053.592 Besucher auf die Inseln, 1,73 % mehr als die 18.730.440 im Jahr 2024. Das Wachstum fiel deutlich schwächer aus als im Jahr davor, als die Besucherzahl um fast 5 % gestiegen war.
Woher die Besucher kamen
Die Zahlen zeigen eine Verschiebung bei den Märkten:
- ausländische Touristen nahmen um 2,6 % auf rund 15,7 Millionen zu;
- spanische Besucher vom Festland gingen um 2 % zurück;
- britische Touristen sanken um 0,5 % auf 3,55 Millionen;
- deutsche Touristen gingen um fast 2 % auf 4,92 Millionen zurück.
Deutschland und das Vereinigte Königreich bleiben mit Abstand die beiden größten Märkte, doch das Wachstum kommt inzwischen aus anderen Ländern.
Ein gemischter Dezember
Im letzten Monat des Jahres gab es große Ausschläge bei vergleichsweise kleinen Zahlen. Die Ankünfte aus Großbritannien lagen im Dezember 25 % höher, was jedoch nur 21.430 Personen entsprach. Die Zahl deutscher Besucher sank um 3 %, die spanischer um 20 % – ein Rückgang, der mit Änderungen am staatlich geförderten Urlaubsprogramm für Rentner, dem Imserso, zusammenhängt.
Mallorca
Mallorca, mit Abstand die größte Insel, empfing 13,55 Millionen Touristen, 1,4 % mehr als 2024. Beide Hauptmärkte lagen leicht im Minus: deutsche Besucher um 1,7 %, britische um 0,7 %.
Wachstum unter Beobachtung
Der Rekord kommt in einer Zeit intensiver Debatten auf den Inseln über die Folgen des Tourismus für Wohnraum, Straßen, Wasser und Umwelt. In den vergangenen Sommern gab es in Palma große Demonstrationen gegen den Massentourismus.
Der Tourismusminister der Regionalregierung, Iago Negueruela, bezeichnete das Ergebnis als „kontrolliertes Wachstum“ und verwies auf das Ziel der Regierung, die Besucherzahlen eher zu begrenzen als zu steigern. Anwohnerinitiativen argumentieren, die Inseln hätten die Grenze des nachhaltig Verkraftbaren bereits überschritten, besonders im Juli und August.
Die Behörden erklärten, 2026 wollten sie die Besucher gleichmäßiger über das Jahr verteilen, Gäste mit höheren Ausgaben anziehen und die Umwelt schützen, statt auf weitere Zuwächse bei den Zahlen zu setzen.